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Martin Adam
Stockbauren 77
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Tel 07565 914296
D R Y A D E N - R U N D B R I E F N
R. 10
Juli 2001
Liebe Dryaden-Freundinnen & Freunde!
Überraschung!
Manche von euch haben sicher den üblichen Dryaden-Rundbrief
im Frühjahr vermißt, nun kommt er mitten im Sommer. In
einer noch nie dagewesenen Chaosaktion haben Dusty und ich die gleichen
Daten verplant, da galt Dusty's Wort einfach mehr, und ich konnte
meine Planung wieder rückgängig machen. Ausweichtermine
waren nicht in Sicht, so daß keine Seminare in Deutschland,
sondern zwei in der Schweiz stattfanden.
Nun liegen die Termine für den Herbst fest, und ein
neuer Rundbrief macht Sinn. Doch bevor wir nach vorne schauen blicken
wir weit zurück ins letzte Jahr zu den beiden Seminaren im
Herbst.
Auf den Mont Ste Odile in der Nähe von Strasbourg kamen
erstmalig drei aktive Mitglieder der Miller-Familie, sowie Claudia,
Alun's (Dusty XIV) Freundin und Jên's (Dusty's Frau) Übersetzerin,
mit mir und meiner Freundin waren wir zu sechst. Ich war sehr gespannt
darauf, Jên's Bereicherung der Seminare zu erleben. Sie leitete
uns in einer Meditation zu unserem inneren Tempel der Göttin,
und wir erhielten ihren Segen. Der etwas merkwürdige Raum mit
seinem Getränkeautomaten und dem gekachelten Fußboden,
auf dem noch eine Pfütze stand, weil es in der Nacht durchgeregnet
hatte - er wurde zum Tempel und wir beschenkt.
Das Wochenende war schwierig, das Wetter launenhaft, das
Essen, aufgrund eines Mißverständnisses "vegetarisch",
unglaublich schlecht, und auch in unserem großen Team lief
nicht alles reibungslos. Sechs Leute zufrieden unter einen Hut zu
kriegen ist manchmal nicht einfach. Wir bitten um Verständnis
für unsere Menschlichkeit. Dennoch glaube ich, daß die
Teilnehmer nicht zu kurz gekommen sind, und dieser Ort ist nach
wie vor eine Reise wert. In den vergangenen Rundbriefen habe ich
schon einiges erwähnt, diesmal erkundeten Sabina und ich etwa
drei der zehn Kilometer Heidenmauer und stießen dabei an einem
sehr markanten Ort auf einen Felsen, der hoch oben wie eine Terasse
oder eine Aussichtsplattform über einen "Versammlungsort" ragt.
Ganz oben, ganz außen auf diesem Felsen ist eine Steinritzung:
ein Wildschwein.
Für die Miller-Familie gipfelten die Schwierigkeiten
dann in einem Totalzusammenbruch (Kupplung) ihres VW-Wohnmobils
The Luggage irgendwo in Frankreich. Ich bin froh, nicht dabeigewesen
zu sein, Elfin können auch recht unangenehm werden. Andererseits
wurde die weitere Reise in einem supermodernen Leih-Kleinbus fortgesetzt
- vive la comfort!
Nach diesen Herausforderungen waren einige Tage mit "Erholungs-Programm"
angesagt. Das Wetter besserte sich zusehends, und so waren Erkundungen
zum Bodensee und zum Schloß Neuschwanstein willkommene Abwechslungen
bis zu dem Vortrag, den Dusty wie schon gehabt bei uns auf dem Dachboden
des Schuppens hielt. Dort entstand eine Videoaufnahme, die wir uns
im Mai in England ansehen konnten.
Für das anschließende Wochenende hatte uns Monika
Herz nach Hohenpeißenberg eingeladen, und bei herrlich sonnigem
Wetter bezogen wir die Ferienwohnung ganz in der Nähe des Seminarraums.
Die Schieflage hatte sich gegeben, wir waren inzwischen eingespielt,
und so wurde dieses Seminar viel leichter, dazu kam das gute Wetter
und ein Besuch im nahen Eibenwald (!), einem der ganz wenigen in
Deutschland und wirklich beeindruckend, direkt anschließend
ein Bereich mit vielen Quellen im Waldboden, in dem Jên guten
Kontakt zu Naiaden, den Quell- und Wasserwesen bekam und genoß.
Jaqueline aus Hamburg hatte den weiten Weg hierher gemacht,
sie war schon bei einem früheren Seminar dabei und anschließend
so angetan, daß sie zuhause ein Seminar organisieren wird.
Am Sonntag leitete Jên ihre Meditation, den Abschluß
bildete eine lange Sequenz unter einer großen Esche. Hier
ging Dusty in aller Ausführlichkeit auf das Thema Tod ein,
wie die Sitten und Vorstellungen seines Stammes waren und welche
er selbst hat. Er wurde sehr persönlich, und ich erfuhr einige
Details, die in den acht Jahren Übersetzungstätigkeit
noch nicht zur Sprache gekommen waren. Das Sahnehäubchen bildete
ein feines Essen, zu dem Monika uns einlud. Vielen Dank - nicht
nur für Speis und Trank!
Als Resumee der Tour kam heraus, daß es aus verschiedenen
Gründen nicht sinnvoll ist, mit 5-6 Leuten unterwegs zu sein,
und wahrscheinlich war dies der erste und letzte derartige Versuch.
Für mich standen Herbst und Winter noch ganz unter dem
Eindruck meines Umzugs im Juni 2000 hierher ins Allgäu, da
gab es noch Umbau- und Renovierungsarbeiten, aufgeschobene Aufträge
in der Werkstatt, einige Fahrten in den Norden, und es kam keine
Langeweile auf. Im Frühjahr half ich in Sabinas Buchbinderei,
und schon lange hatte ich vor, zum ersten Mai Dusty und Jên
zu besuchen. So fielen Sabina und ich aus der Arbeit ins Auto und
erreichten - zum Glück sonntags - die Insel Albion. Wegen des
Linksverkehrs hatte ich doch ziemliche Bedenken - das erste Mal
scheint immer besonders schwierig, aber sonntags ist eben wenig
Verkehr, und so ging alles sehr gut.
Am Dienstag, dem ersten Mai standen wir dann um halb sechs früh
auf einem asphaltierten Parkplatz am Bluebell Hill, es war recht kühl,
und viel Sonnenaufgang gabs auch nicht. Hier hatten sich die Insider
versammelt, die auch an (und vor!) einem normalen Arbeitstag zur Heidenversammlung
gehen und Fruchtbarkeitstänze aufführen oder anschauen.
Einige der Tanzgruppen dort betreiben und betrachten die Tänze
als Volkstanz, Folklore oder einfach Tradition, einer Gruppe allerdings
merkte man schon an, daß es "echte", "praktizierende" Heiden
waren, die wußten, was sie da taten.
Eine zentrale Figur des Mayday ist Jack In The Green, ein
übermannshoher Blätterbusch, der sich durchs Geschehen
bewegt. Beziehungen zu den Dryaden und zum Green Man sind vorhanden...
Für den Rest der Bevölkerung ist ein Town Festival
unter dem Namen Sweeps organisiert, dort (in Rochester, der Dickens-Stadt)
werden von Samstag bis Montag (!) mindestens siebzig Tanzgruppen
verstreut in der Stadt auftreten und Touristen anlocken. Die diversen
Gruppen tragen gleichfarbige Kostüme und in der Regel angemalte
Gesichter, zu jeder gibt es eine Band mit Gitarre, Geige, Akkordeon
und Trommel als Basis und optionalen Ergänzungen. Getanzt wird
in Holzschuhen oder weichen Boots, mit Schellen an den Beinen und
in den Händen entweder Knüppel, Taschentücher, Schwerter,
Girlanden, Schellenstöcke oder andere seltsame Gebilde, das
Ganze wirkt wie ein nett fröhlicher Volkstanz oder auch trommelbetont,
phallisch, mit fast afrikanischer Power und düster schwarzen
Gesichtern. Crazy british eine Gruppe auch älterer Männer
in langen, rot-weiß längsgestreiften Nachthemden, Sonnenbrillen
und Fez auf dem Kopf mit Kamelreiter unter dem Titel "The Fez-Heads".
Echt cool.
Die Mayday Aktivitäten waren der Anlaß unseres
Besuchs, doch trotz Maul- und Klauenseuche (die gerade am Abklingen
war) gingen wir auch in den Eibenwald und besuchten einige bemerkenswerte
Einzelbäume. Wir ließen es ruhig angehen, und als wir
- wieder an einem Sonntag - die Heimreise antraten, fühlten
wir uns tiefgründig erholt und reich an Eindrücken. So
ein Baum von dreieinhalb Tausend Jahren ist schon mächtig,
und wenn einen dann noch der Gnom des Ortes freundlich anspricht...
Und schon war das vorbei, die Zeit flog weiter, und wir können
den Blick in die Zukunft werfen. Schon sehr bald finden die Seminare
von Alun und Claudia wie gehabt in Oelde und Witten statt, dazwischen
allerdings etwas ganz Neues, und darauf will ich näher eingehen.
Jên ist seit über zwanzig Jahren
in der Frauenarbeit aktiv, sie ist Reiki-Meisterin, Gesprächstherapeutin
nach Alfred Adler und Priesterin der Göttin. In Zusammenarbeit
mit Dolores Ashcroft-Nowicki ist auf sie ein Ritualwochenende zugeschnitten
worden, um vor allen Dingen Frauen zu helfen, die in ihrer Weiblichkeit
verletzt sind. Der englische Titel lautet "The Reconsecration Of
The Womb, mir fällt dazu nur die sperrige Übersetzung
"Die Wieder-Heiligung der Gebärmutter" ein. Es geht darum,
einen Zustand des Heilseins, der Unschuld wieder herzustellen, und
nach allem, was ich als Mann davon verstehe, kann ich das nur empfehlen.
In dem Zusammenhang bin ich sehr froh, daß der erste Oktobertermin
bei Kim Barkmann stattfindet und Jên dabei ist. Kim ist De
Wise Fru und hat ein Buch mit dem Titel "Werde Glücksbringer!
Sieben Schlüssel zu den Türen deiner Kraft" veröffentlicht.
Ein schmales Bändchen auf den ersten Blick, aber alles echt
und kein Geschwafel, wirklich empfehlenswert und nicht nur für
Frauen. Sie ist wie Jên eine Priesterin der Göttin und
ich bin sehr auf diese Begegnung gespannt. Leider wird Jên
anschließend wieder zurückfliegen, so daß der Termin
in Hamburg von Dusty mit mir als Übersetzer bestritten wird.
Dusty und ich werden vom Montag, dem 9. Oktober an in Hamburg
sein, wenn sich eine Gruppe zusammenfindet, könnte man in der
Zeit bis Donnerstag vielleicht einen Spaziergang durch einen Hamburger
Park oder Wald einrichten. Wir sind für Vorschläge offen,
wendet euch an mich.
Eine Neuigkeit aus der Praxis zum Schluß: Michael hatte
viel am Computer mit einer Funkmaus zu arbeiten, und seine Hand
wurde kalt und taub, bis er auf die Idee kam, sich ein GroundHog
LebensHolz ums Handgelenk anzulegen. Das wars - keine Beschwerden
mehr.
So wünsche ich euch einen fantastischen Sommer
& Viel Freude am Leben
Blessed Be
Martin
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